Wahlergebnisse: Jusos verlieren deutlich, Grüne erzielen Erdrutschsieg

Die ersten Wahlergebnisse sind bereits da. Die Jusos verlieren massiv an Zustimmung. In den letzten Jahren konnten sie immer das beste Stimmenergebnis im Senat erzielen. Dieses Jahr wurden sie erstmalig von den Grünen geschlagen und verlieren über 1 Prozent. Die Grünen sind hingegen die Gewinner. Sie legen über 11 Prozent zu. Sie scheinen von der steigenden Wahlbeteiligung zu profitieren. Diese ist das erste Mal seit 2012 signifikant gestiegen von 12,2 Prozent (2017) auf 14 Prozent.

Der dritte studentische Sitz im Senat geht an das Bündnis aus sds.dieLinke und Kooperative Witzenhausen. Die Linke Liste verliert durch den Bruch mit ihren bisherigen Partnern, dem sds und die Liste Witzenhausen, den Einfluss im Senat. Sie wird dort in Zukunft keine Rolle mehr spielen.

Die Ergebnisse aus dem Senat und dem Studierendenparlament unterscheiden sich meist. Dies liegt vorallem daran, dass zum StuPa mehr Listen antreten und sich die Stimmen so verteilen. Als die Grünen 2012 im StuPa am meisten Stimmen erhielten, waren die Jusos im Senat mit 1292 Stimmen zu 1156 Stimmen für die Grünen deutlich stärker. Dieses Jahr tritt allerdings nur die Liberale Hochschulgruppe zusätzlich an. Daher gab es nur wenig Verschiebung in den Ergebnissen.

Im Studierendenparlament (StuPa) verzeichnen die Grünen einen Zuwachs von 15 Prozent. Die Jusos verlieren deutlich zum Vorjahr (-2 Prozent). Die Grünen waren das letztes Mal 2012 vor den Jusos. Damals erhielten sie eine Mehrheit von 14 Stimmen. In Anbetracht dessen ist der Unterschied von 350 Stimmen in diesem Jahr ein Erdrutsch, der von den Jusos nicht einfach vom Tisch gewischt werden kann. Hier muss eine dezidierte Aufarbeit der eigenen Fehler erfolgen, denn ein Verweis auf die Zusammenarbeit der Grünen und der Witzenhäusener reicht nicht. Denn diese haben einmal mit dem sds zusammengearbeitet (Senat) und einmal mit den Grünen (StuPa). 2012 bildete sich danach eine Koalition, die von den Grünen angeführte wurde. Die Jusos gingen in die Opposition. Von den Listen der Koalition existiert nur noch die Grüne Hochschulgruppe. Jedoch konnte sich diese nur ein Jahr im AStA behaupten, bis die Jusos wieder den Vorsitz übernommen haben. Es bleibt abzuwarten, ob dies wieder geschehen kann. Einen Achtungserfolg erzielte die Liberale Hochschulgruppe. Sie konnte ihr Wahlergebnis um über 7 Prozent steigern und zwei Sitze erzielen. Nun müssen sie zeigen, dass sie dieses Wahlergebnis durch Mitarbeit im Parlament verteidigen.

Dieser Erdrutschsieg bedeutet eine herbe Niederlage für die Jusos. Seit 2013 gewannen sie jede Wahl, allerdings nie mit einem solchen Vorsprung. Wie sich das Ergebnis auf künftige Koalitionen auswirkt ist noch offen. Doch würden die Jusos lediglich in einer Koalition mit drei der kleineren Listen den Vorsitz stellen können. Ob dies überhaupt möglich ist, werden wir in einem anderen Artikel besprechen.

Die Ergebnisse des Senats im Überblick (3 Sitze zu vergeben):

  1. Grüne: 1297 Stimmen (40,7477 Prozent; 1 Sitz) (2017: 807 Stimmen; 29,345 Prozent*)
  2. Juso: 1123 Stimmen (35,2812 Prozent; 1 Sitz) (2017: 997 Stimmen; 36,254 Prozent*)
  3. SDS/Witzenhausen: 415 Stimmen (13,0830 Prozent; 1 Sitz) (2017: 741 Stimmen; 26,345 Prozent*; Kooperation mit LiLi)
  4. LiLi: 348 Stimmen (10,9331 Prozent; kein Sitz)

Ungültige Stimmen: 146

*Eigene Berechnung auf Basis des amtlichen Ergenisses 2017.

Die Ergebnisse des StuPa im Überblick (25 Sitze zu vergeben):

  1. Jusos: 28,64 Prozent; 941 Stimmen; 7 Sitze (2017: 882 Stimmen; 30,43 Prozent; 8 Sitze)
  2. Grüne: 40,05 Prozent; 1316 Stimmen; 11 Sitze (2017: 699 Stimmen; 24,12 Prozent; 7 Sitze)
  3. sds.dieLinke: 9,07 Prozent; 298 Stimmen; 2 Sitze (2017: 280 Stimmen; 9,66 Prozent; 2 Sitze)
  4. Linke Liste: 11,36 Prozent; 380 Stimmen; 3 Sitze (2017: 373 Stimmen; 12,87 Prozent; 3 Sitze)
  5. LHG: 10,68 Prozent; 351 Stimmen; 2 Sitze (2017: 81 Stimmen; 2,8 Prozent; 0 Sitze)

Zur Berechnung der Sitze wird im Senat das Hare-Niemeyer-Verfahren genutzt. Dieses bevorzugt “kleine” Listen stärker bei der Verteilung der Sitze. Im StuPa wird das Hagenbach-Bischoff-Verfahren eingesetzt, welches die relative Stärke des Stimmenergebnisses bevorteilt gegenüber anderen Ergebnissen. Es gibt keine 5-Prozent-Hürde.

Bilder von der Auszählung und die Plakate der AG Wahlen:

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